Bahn weigert sich, Fahrpreis bei vergessenem Fahrschein zu erstatten

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    • Bahn weigert sich, Fahrpreis bei vergessenem Fahrschein zu erstatten

      Hallo,

      ich habe folgendes Problem:
      Bin vor drei Wochen von Hannover nach Weimar und zurück gefahren. Habe mir hierfür ein Sparticket für Hin- und Rückfahrt gekauft. Dummerweise habe ich das Ticket mit dem Reiseplan verwechselt und zuhause liegen lassen. Im Zug wurde ich dann aufgefordert, ein neues Ticket zu kaufen. Ich schilderte dem Zugbegleiter die Situation, er sagte eine nachträgliche Erstattung am Schalter wäre kein Problem.

      Als ich nach der Reise an einen Schalter der DB ging, bekam ich die Antwort, eine Rückerstattung sei nur über den Kundendialog via Internet möglich. Zudem bekam ich die Info, dass ich das Ticket mit einer Gebühr nachträglich hätte vorzeigen können, wenn mir der Zugbegleiter eine Bestätigung dafür ausgestellt hätte. Davon wusste ich nichts und mir wurde das auch nicht gesagt! Also habe ich dort alle Scans eingesendet (ungebrauchtes Ticket, das ich daheim liegen lassen habe sowie die Hin- und Rückfahrtickets, die ich während der Reise gekauft habe) und an den Kundendialog gesendet.

      Es kam ein Schreiben per Post, dass mir der Zugbegleiter hätte beglaubigen müssen, dass ich mit dem Ticket gefahren bin. Dazu kam ein Gutschein über 25 Euro (der Preis für die nachträglich gekauften Tickets beträgt 87 Euro).

      Nach nochmaliger Nachfrage am Schalter und nochmaliger Stellungnahme dem Kundendialog gegenüber kam, dass sie "nach nochmaliger Prüfung zu keinem anderen Ergebnis gekommen" seien und sie "meinen Wunsch nach Entschädigung nicht entsprechen" könnten.

      Unglaublich! Nur weil der Zugbegleiter inkompetent war und mir falsche Informationen gegeben hat, bleibe ich auf dem Großteil der Kosten sitzen?!?

      Welche Möglichkeiten habe ich denn noch, an mein Geld zu kommen? Hat jemand Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation? Ich fahre selten Bahn, aber in Zukunft wahrscheinlich noch seltener.

      Vielen Dank für Antworten,

      Viele Grüße
      R.
    • r.f. schrieb:

      Hallo,

      ich habe folgendes Problem:
      Bin vor drei Wochen von Hannover nach Weimar und zurück gefahren. Habe mir hierfür ein Sparticket für Hin- und Rückfahrt gekauft. Dummerweise habe ich das Ticket mit dem Reiseplan verwechselt und zuhause liegen lassen. Im Zug wurde ich dann aufgefordert, ein neues Ticket zu kaufen. Ich schilderte dem Zugbegleiter die Situation, er sagte eine nachträgliche Erstattung am Schalter wäre kein Problem.

      Als ich nach der Reise an einen Schalter der DB ging, bekam ich die Antwort, eine Rückerstattung sei nur über den Kundendialog via Internet möglich. Zudem bekam ich die Info, dass ich das Ticket mit einer Gebühr nachträglich hätte vorzeigen können, wenn mir der Zugbegleiter eine Bestätigung dafür ausgestellt hätte. Davon wusste ich nichts und mir wurde das auch nicht gesagt! Also habe ich dort alle Scans eingesendet (ungebrauchtes Ticket, das ich daheim liegen lassen habe sowie die Hin- und Rückfahrtickets, die ich während der Reise gekauft habe) und an den Kundendialog gesendet.

      Es kam ein Schreiben per Post, dass mir der Zugbegleiter hätte beglaubigen müssen, dass ich mit dem Ticket gefahren bin. Dazu kam ein Gutschein über 25 Euro (der Preis für die nachträglich gekauften Tickets beträgt 87 Euro).

      Nach nochmaliger Nachfrage am Schalter und nochmaliger Stellungnahme dem Kundendialog gegenüber kam, dass sie "nach nochmaliger Prüfung zu keinem anderen Ergebnis gekommen" seien und sie "meinen Wunsch nach Entschädigung nicht entsprechen" könnten.

      Unglaublich! Nur weil der Zugbegleiter inkompetent war und mir falsche Informationen gegeben hat, bleibe ich auf dem Großteil der Kosten sitzen?!?

      Welche Möglichkeiten habe ich denn noch, an mein Geld zu kommen? Hat jemand Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation? Ich fahre selten Bahn, aber in Zukunft wahrscheinlich noch seltener.

      Vielen Dank für Antworten,

      Viele Grüße
      R.


      Moin Moin,

      die allgemeinen Beförderungsbedingungen der Bahn sagen dazu:

      3.9 Erhöhter Fahrpreis, Bordpreis
      3.9.1 Ein Reisender, der bei Antritt der Reise eine gültige Fahrkarte nicht besitzt oder nicht
      vorlegen kann, ist zur Zahlung eines erhöhten Fahrpreises verpflichtet (§ 12 EVO). Zu diesem
      Zweck wird durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen eine Fahrpreisnacherhebung ausgestellt.
      Abweichend von § 12 Abs. 3 EVO kann der Reisende innerhalb von 14 Tagen ab dem
      Feststellungstag bei einem Bahnhof nachweisen, dass er im Zeitpunkt der Feststellung Inhaber
      einer gültigen Fahrkarte war. Kann im Zug nicht festgestellt werden, ob der Erwerb der Fahrkarte
      vor Fahrtantritt aus Gründen nicht möglich war, die durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen
      zu vertreten sind, erhält der Reisende zu seiner Fahrpreisnacherhebung einen Zusatzbeleg.
      In diesem Fall beginnt die Frist von 14 Tagen erst mit der Zusendung einer gesonderten
      schriftlichen Aufforderung durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen.

      3.9.2 Statt des erhöhten Fahrpreises kann der Reisende in Zügen, in denen ein Verkauf von
      Fahrkarten (einschließlich Übergang/Umweg) stattfindet, den festgesetzten Bordpreis zahlen,
      wenn er dem Zugbegleitpersonal bei der Prüfung der Fahrkarten unaufgefordert meldet, dass er
      keine gültige Fahrkarte besitzt und sofort eine Fahrkarte erwirbt. Diese Regelung gilt nicht,
      wenn der Reisende seiner Verpflichtung zum Kauf der Fahrkarte beim Triebfahrzeugführer vor
      Abfahrt des Zuges bzw. nach Betreten des Fahrzeuges an den Automaten gemäß Nr. 2.1 bestimmter
      Nahverkehrszüge oder zum Kauf der „Fahrkarte Anfangsstrecke“ gemäß Nr. 2.2 nicht
      nachgekommen ist. Der Bordpreis entspricht der Summe i) des Normalpreises nach Berücksichtigung
      eines etwaigen BahnCard-Rabattes und (ii) eines Aufschlags in Höhe von 10 % auf
      diesen Normalpreis, höchstens 10 €. Der Mindestpreis zu (ii) beträgt 2 € für Fahrkarten für die
      Produktklasse C und 5 € für Fahrkarten der Produktklassen ICE und IC/EC. War bei Fahrtantritt
      weder ein Fahrkartenschalter geöffnet noch ein zur Annahme von Bargeld geeigneter betriebsbereiter
      Automat vorhanden, hat der Reisende statt des Bordpreises nur den Normalpreis unter
      Berücksichtigung etwaiger im Zug erhältlicher Ermäßigungen zu zahlen.


      Fakt ist:

      Der Zugbegleiter hat sich hier richtig verhalten, er hat dir eine neue Fahrkarte ausgestellt da du ohne angetroffen worden bist.
      Die Bahn kann hier lediglich auf den Kulanzweg handeln, was sie bereits getan hat in dem sie dir einen Gutschein ausgestellt hat.
      Du bist als Reisender verpflichtet eine Fahrkarte bei Kontrolle vorzuzeigen, du hattest deine Vergessen dafür kann die Bahn und damit auch der Zugbegleiter nichts.
      Es wurde hier der EVO entsprochen, weitere Möglichkeiten gibt es leider nicht.
      Nächstes mal lieber 2 mal schauen ob die Fahrkarte auch dabei ist :/
    • Danke für deine Antwort!

      Mir ist schon bewusst, dass es mein Fehler war die Fahrkarten zuhause liegen zu lassen, nichtsdestotrotz ist es eben ärgerlich zu wissen, dass die Möglichkeit bestand den Fahrschein mit einem Vermrerk des Zugbegleigerts nachträglich vorzuzeigen und so nur eine geringe Bearbeitungsgebühr zu zahlen. Somit handelt es sich ja auch um einen "Fehler" des Zugbegleiters!

      Schade, dass sich da nichts weiter machen lässt, ist wirklich ärgerlich! (p.s. den Absatz in den AGB hab ich auch schon gefunden ;)

      R.