Bahnchef Grube tritt überraschend zurück

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    • Bahnchef Grube tritt überraschend zurück

      Eine ziemliche Überraschung dieser Tage war der unerwartete Rücktritt von Bahnchef Grube.

      Die Gründe für diese drastische Aktion erscheinen völlig nebulös.

      Es ist wenig wahrscheinlich, dass lediglich ein simpler Streit darüber, ob sein Vertrag um 2 oder 3 Jahre verlängert werden soll, ihn zu dieser heftigen Reaktion bewegt hat.

      Offensichtlich müssen wohl größere Differenzen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat aufgetreten sein, die Grube letztlich zu seinem drastischen Schritt bewegt haben.

      Bleibt abzuwarten, welche Personalentscheidung Minister Dobrindt und der Aufsichtsrat treffen werden. Es kann gut sein, dass Ex-Kanzleramtschef Pofalla nunmehr schneller zum Zuge kommen wird, als es bisher zu erwarten war.
    • Ich glaube ihm schon, dass die Dauer der Vertragsverlängerung ihm zumRücktritt bewogen hat. Allerdings wird das wahrscheinlich nur der bekannteTropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte.

      Die Deutsche Bahn gehört noch immer der Bundesrepublik, entsprechend istder Posten des Geschäftsführers ein Spielball für die Politiker in Berlin. Nachdem Rückzug von Gabriel wird Gruber einen wichtigen Rückhalt verloren haben.Wahrscheinlich hat das der Aufsichtsrat nutzen wollen, um sich mehr Möglichkeitenoffen zu halten, also im Bedarf vergleichsweise schnell den Posten des Bahnchefsanders zu besetzen.

      Die Blase ist aber nun geplatzt. Nun steht der Aufsichtsrat selbst unter Beschuss.
    • Hier der Vollständigkeit halber nochmal die Meldung, dass Richard Lutz der neue Vorstandsvorsitzende geworden ist (und auch Finanzchef bleibt)

      zeit.de/wirtschaft/unternehmen…uer-vorstandsvorsitzender

      mdr.de/nachrichten/wirtschaft/…-neuer-bahn-chef-100.html

      Ein paar Infos zu Richard Lutz: de.wikipedia.org/wiki/Richard_Lutz
      Lust auf einen kleinen Plausch? Dann schreib mir doch einfach! ^^
    • Liebe Lena,liebe Foristen,
      daß Bahnchef Grube zurücktrat,war eine Überraschung! Daß nun ausgerechnet Herr Lutz neuer Bahnchef geworden ist, überrascht negativ! Warum?
      Nun, als Chef eines Unternehmens sollte man Ahnung von den Problemen haben, mit denen die Bahn zu kämpfen gehabt hat und es heute noch tut:
      Personalabbau in wäußerst wichtigen Bereichen(Lokführer,Fahrdienstleiter, Zugbegleiter etc. teilweise marode Infrastruktur, d.h. aufgelassene Bahnhöfe,
      Streckenrückbau auf dem flachen Land, kein adäquates Ersatzangebot bei rückgebauten Strecken; Stichwort ÖPNV,Streckenstillegungen etc.)
      Was mir aber persönlich sehr sauer aufstößt,ist die Tatsache, daß bei der Stellenbesetzung offenbar wieder nur das Parteibuch gezählt hat und nicht
      die fachliche Eignung für diesen Posten. Ist aber meine persönliche Meinung!
      Freu mich schon jetzt auf Eure Antworten!!!
      LG
      Letzter Heuler
    • So ist das nun einmal bei Staatskonzernen. Grundsätzlich finde ich die internationale Übernahme-Politik der DB aktuell viel schlimmer. Das Problem dabei ist einfach, dass die Renditen viel zu klein sind um wirklich größere Investitionen davon bezahlen zu können. Da hätte das Geld besser direkt in das eigene Schienennetz investiert werden sollen.

      Außerdem betreibt die DB aktuell eine gefährliche Spiel bei der Unternehmensausrichtung, bei der alle kleinen Bereiche, die wenig oder keinen Gewinn abwerfen, abgestoßen oder geschlossen werden. Viele dieser Bereiche könnten nach einer Restrukturierung ertragreich sein. Beispielsweise werden aktuelle viele Bahnanschlüsse zu kleinen Firmen mit geringem Frachtaufkommen nicht mehr bedient. Meiner Meinung nach sollten besser Fahrten zusammengelegt werden und nach weiteren kleineren Kunden gesucht werden, damit nicht je ein paar Wagons pro Zug befördert werden, sondern ein Zug die Wagons bei mehreren Unternehmen einsammelt.

      Nach der Kündigung setzt die Bahn darauf, dass die Unternehmen die Ware zu einem der Frachtumschlagsstellen bringt, doch das macht kaum einer.
    • Tolive schrieb:

      So ist das nun einmal bei Staatskonzernen.
      Nach der Kündigung setzt die Bahn darauf, dass die Unternehmen die Ware zu einem der Frachtumschlagsstellen bringt, doch das macht kaum einer.
      Gerade Staatskonzerne sollten gerade nicht vorrangig die Rendite an sich im Auge habenn,
      sondern im Interesse aller .. also dem Volk gegenüber im Auge haben.

      Besonders Kurios war da der Fall unten irgendwo im badischen, wo eine Bahnstrecke zu einem Steinbruch still gelegt werden sollte. Ausgrechnet dort wo Unmengen an Shotter für die Bahn selbst produziert wird, zudem in einer Gegend wo dieser in naher Zukunft zum Ausbau der Strecke im Oberrheintal benötigt wird sollen das als Ersatz hunderte von LKW den Tag durch die Ortschaften fahren um diese dann irgendwo anders dennoch wieder auf entsprechende Schotterzüge zur Nutzung für die Bahn umständlich zu verladen.

      Wo soll da dann bitteschön wirklich gespart werden ?

      Ähnlich auch dort unten, einem gigantischen Schrottplatz den Gleisanschluß entzogen, nun fährt der Schrott auf Kähnen auf dem Rhein spazieren und muß dann erst wieder wo auch immer umständlich auf LKW oder Bahn verladen werden um entsprechende Stahlwerke zu erreichen.
    • Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

      zunächst mal muss ich gestehen, dass der neue Bahnchef Richard Lutz für mich ein bisher unbeschriebenes Blatt ist, ich kann mir persönlich aktuell keine Meinung über ihn bilden.

      Ungeachtet dessen denke ich, dass die strategische Ausrichtung der DB nicht nur nach wirtschaftlichen Aspekten erfolgen sollte. Hier müsste die "Politik" auch ein wenig mehr mitreden.

      Mithin sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Bahn unrentable Strecken im Personenverkehr nicht rigoros einfach stilllegt, sondern vielmehr alles tut, die Attraktivität solcher Strecken zu verbessern. Notfalls müssen eben Subventionen in Betracht gezogen werden.

      Gleiches gilt für den Betrieb von Güterverkehrstrecken. Hier muss genauso die Rentabilität hinter der Umweltverträglichkeit zurückstehen.
      Streckenstillegungen unter gleichzeitiger Ausweitung des Gütertransportes auf die Straße sind völlig inakzeptabel.
      Auch hier ist die "Politik" im besonderen verpflichtet auf entsprechende Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen.

      Leider ist es wohl auch so, dass manche Unternehmen im Güterverkehr der Bahn den Rücken kehren, zum einen wegen der Preisgestaltung, zum anderen wohl auch wegen der in der Vergangenheit häufigen Streiks, die der Bahn den Ruf eines unsicheren Kantonisten eingebracht haben.

      Schöne Grüße
      Lena
    • demokratic schrieb:

      Gerade Staatskonzerne sollten gerade nicht vorrangig die Rendite an sich im Auge habenn,
      sondern im Interesse aller .. also dem Volk gegenüber im Auge haben.
      Das wäre schon. In der Realität soll die Deutsche Bahn möglichst eigenwirtschaftlich arbeiten. Alleine deshalb wurde die DB Bahn entschuldet und in die DB AG überführt.

      demokratic schrieb:

      Besonders Kurios war da der Fall unten irgendwo im badischen, wo eine Bahnstrecke zu einem Steinbruch still gelegt werden sollte. Ausgrechnet dort wo Unmengen an Shotter für die Bahn selbst produziert wird, zudem in einer Gegend wo dieser in naher Zukunft zum Ausbau der Strecke im Oberrheintal benötigt wird sollen das als Ersatz hunderte von LKW den Tag durch die Ortschaften fahren um diese dann irgendwo anders dennoch wieder auf entsprechende Schotterzüge zur Nutzung für die Bahn umständlich zu verladen.
      Ja, das hatte ich auch mitbekommen. Allerdings konnten sich meiner Meinung nach, auch nach etlichen Berichterstattungen, Betreiber und Bahn über den Weiterbetrieb noch einigen.

      Lena schrieb:

      Mithin sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Bahn unrentable Strecken im Personenverkehr nicht rigoros einfach stilllegt, sondern vielmehr alles tut, die Attraktivität solcher Strecken zu verbessern. Notfalls müssen eben Subventionen in Betracht gezogen werden.
      Hier muss fairerweise gesagt werden, dass zumindest der Nahverkehr stark subventioniert wird. Das vom Bund, den Ländern und Kommunen zur Verfügung gestellte Geld geht an die Verkehrsverbünde, die damit den Nahverkehr ausschreiben.
    • Im Grunde müßte Deutschland auch raus aus der EU, damit der Privativisirungswahn ein Ende hätte.
      Dem dann noch Rest EU soweit sie dann noch bliebe, könnte man ja dennoch soweit im ausgeglichnem Verhältnis gegenseitigen Interessen dient in gewisser weise ja assoziert bleiben.

      Dann könnte man die Bahn nach einer Übergangsfrist für die privaten Bahnbetreiber wieder in eine
      relative Einheit zusammenfassen in welcher nur einzelne Bundesland Direktionen mehr Mitspracherecht
      im Konzern hätten.

      Denn so wie jetzt, wo jedweder Bahnbetreiber im Nahverkehr für sich hohe Gewinne einfahren kann,
      da es ja der Steuerzahler im Schnitt nach Zahlen von 2015 mit 74% finanziert in der art und weise wieder abgeschafft werden. ( Zahlen 2015 Gesamtaufwand 35 Millionen für kompletten Nahverkehr Bahnen und
      in Städten, welche nur zu etwa 26% = 9 Milliarden aus Ticketverkauf und Pachteinnahmen gedeckt sind. )

      All die jetzigen Gewinne im Nahverkehr generiert werden, gehen ja der Infrastruktur in Deutschland verloren.
      Zum Beipiel wenn die DB da mal für 2,8 Milliarden die größte britische Privatbahn Arriva kaufte, und Gewinne
      auch sonst bis hin nach Australien uund für sonstwas weit fern investierte wo keine Gewinne raus erzeugt werden. Irgendwelche Gewinne der Bahnen sind aus meiner Sicht im Ausbau und Erhalt der Infrastruktur in Deutschland wohl wesentlich besser aufgehoben anstatt den Bund um 4 Milliarden für solches bis 2020
      zur Kasse zu bitten.

      Im Grunde also wieder alles Deutsche Bahn, und wenn ein privater dennoch möchte meinetwegen, dann
      jedoch bitteschön normal auf eigene Rechnung und dennoch tariflich irgendwie in einen einheitlichen
      Deutschlandtarif integriert. Meintwegen kann ein privater auf eigene Strecken dann auch zusätzlich zu
      eigenem Tatif günstige Tickets verkaufen wenn die Strecken dann finanziell tragfähig bdint werden können.

      Auch Verkehrsverbünde in heutigem Sinne benötigen wir dann nicht mehr zwingend.
      Ist doch einfach eine Farce, nicht für sein Fahrten kein Ticket innert irgendwelcher Gebiete in Deutschland zuvor kaufen zu können, oder möglichst noch 1-2 Stund pausieren zu müssen weil Anschlußticket benötigt wird, Reise unterbrochen werden muß .. und selbst dann möglicher weise bei ausreichender Zeit unterwegs in einem Verkehrsverbund nicht möglich ist .. da dort in der Regel immer nur ein Ticket ab der Station mit dem Automaten gekauft werden kann.

      Im Grunde müßte alles auch in einem Deutschlandverbund möglich sein, Ausnahme innerstädtische Verbindungen welche jedoch grundsätzlich optional als Anschlußweiterfahrt immer im Angebot stünden.

      Noch zu den erwähnten Zahlen von 2015, wenn ohnehin schon der ÖPNV im Schnitt etwa 74% via Steuern und Abgaben finanziert wird, wird es auch kein großes Problem darstellen auch die restlichen 26% ähnlich zu finanzieren. Den Anteil für Pendler z. B. über eine Abgabe für jedweden Arbeitgeber, förderte so auch die Nutzung des ÖPNV für mehr Nutzung durch Pendler. Einen Teil über einen Abgabe auf Krafstoffpreise, und ein weiterer Teil über die Mehrwertsteuer. Teils wären auch erhebliche Einsparungen wie keine Automaten mehr im Nahverkehr notwendig, weniger Personal nebst die Pacht aus den 9 Milliarden herauszurechnen., so das vielleicht nur noch etwa 7 Milliarden so gerecht wie möglich auf alle umgelegt wrden müssen.

      7 Milliarden durch 82 Millionen ergibt rund 85,35 Euro im Schnitt je Bürger pro Jahr !
      Wenn auch vom Baby bis zum Greis, es wird so jedoch auch schon ersichtlich das es so
      pro Arbeitnehmer gerechnet auch nur etwa 170,- Euro je Arbeitnehmer pro Jahr wären.
      Also rund 14,20 Euro pro Monat je Arbeitnehmer für kostenlosen ÖPNV.

      Über Gesamtkosten von 35 Milliarden je Arbeitnehmer bei Grundlage 41 Millionen
      auch nur etwa 71,50 Euro im Monat umlegbar .. und andere steuerliche Entlastungen
      die bisher 74% finanzieren wären möglich.

      Gut, eine Umsetzung benötigt Zeit und weitere Kosten für weitere Züge, Busse und
      Straßbahnen Infrastruktur ect. , doch zum großteil nur vorrübergehend so das errechnete
      Summen wie 14,20 und 71,50 Monat für eine Zeit stark höher gerecnet werden müßten,
      mit der Zeit aber wieder sinken wüürden ... doch wäre eine Realbelastung von später
      20,- oder 30,- Euro Monat wenn die Fläche auch gutes Angebot erielte wirklich soviel ..
      wenn kompletter Nahverkehr dann kostenlos wäre ?

      Klar sind das noch nicht die Enendergebinskosten, da sich die 7, 9 bzw. 35 Milliarden
      Jahreskosten je nach tatsächliche in Anspruch nahme noch erhöhen, daher ja auch die
      Real - Belastungskosten pro Bürger eher bei 20,- bis 30,- Euro im Momat sehe, welche
      jetzt nur für in etwa eine Reise von max 120 Entfernungskilometern reichen.
      Dafür jedoch auch kein Ticket mehr notwendig wäre.

      Einzigster Haken dann noch, es muß geschickt geregelt werden das Niemand den ÖPNV
      für Fernverkehrsreisen mißbraucht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von demokratic ()

    • @demokratic Ich muss dir leider in vielen Teilen Widersprechen. Dass die privaten Bahnunternehmen Gewinne erwirtschaften stimmt, allerdings nicht, dass wir dadurch Geld verlieren. Denn die Verkehrsverbünde schreiben sogenannte Lose europaweit aus, in denen meist mehrere Strecken zusammengefasst sind. Auf diese Lose, die neben den zu befahrenen Strecken, die Häufigkeit und weitere Bedingungen wie zum Beispiel die Anzahl der Kontrollen beinhalten, können sich alle Bahnunternehmen bewerben. Neben Vorschlägen zur Umsetzung, den einzusetzenden Fahrzeugen und co. wird in der Bewerbung auch ein Preis genant. Genau bei diesen Punkten kann die Deutsche Bahn häufig nicht überzeugen und ist trotz älterer Fahrzeuge in vielen Fällen teurer. Durch die privaten Bahnunternehmen wird der Nahverkehr also nicht teurer, sondern günstiger.

      Insbesondere die Verkehrsverbünde sind meiner Meinung nach zu loben, da sie schnell ihr System umgestellt haben und mittlerweile sogar Teile getrennt ausschreiben, um die Kosten noch weiter senken zu können. So wurden bei der neuen RRX-Ausschreibung Betrieb und Fahrzeuge und deren Wartung getrennt ausgeschrieben.

      Die Deutsche Bahn hat einfach das Problem, dass es viele Altlasten mitschleppt und es nicht schafft flexibel zu handeln. Bevor das Schienennetz für Mitbewerber geöffnet wurde, gab es auch mehrere Anläufe die Deutsche Bahn zu sanieren. Die sind aber häufig wegen Alternativlosigkeit gescheitert. Viele Mitarbeiter haben sich damals anscheinend kaum Mühe gegeben. Schließlich war deren Job sicher, da es keine Konkurrenz gab. Dank den Mitbewerben hat sich meiner Meinung nach auch viel bei der Deutschen Bahn zum positiven gewendet. Gerade die Regio-Töchter haben viele Altlasten entfernt und können mittlerweile immer wieder Ausschreibungen gewinnen, sind also wieder Konkurrenzfähig.

      Mit der Privatisierung der Bahn wurde Betrieb und Infrastruktur getrennt. Es fließt deshalb auch Geld aus dem Regionalverkehr in der Infrastruktur, denn jedes Bahnunternehmen zahlt pro Kilometer eine Gebühr, den sogenannten Trassenkilometer.

      Bzgl. der Verkehrsverbünde: Sie bestellen ja nicht nur den Bahn-, sondern teilweise auch den Busverkehr. Dabei koordinieren Sie die Anforderungen der Kommunen und versuchen gleichzeitig einen möglichst effizienten Verkehr mit niedrigen Umsteigezeiten zu gestalten. Wenn die Bahn das selbst machen würde, gäbe es einen Interessenkonflikt, denn den Fernverkehr betrieben sie Eigenwirtschaftlich, also ohne Subventionen. Für die Bahn wäre es also Vorteilhaft den Nahverkehr so zu gestalten, dass diese gerade bei weiten Entfernungen möglichst unattraktiv ist.

      Deine Zahlen bzgl. der Kosten stimmen leider nicht. Der ÖPNV kostet nicht 7-9, sondern ca. 25-30 Mrd Euro. Deine Zahl entspricht etwa dem, was der Bund jährlich für den ÖPNV zahlt.
      Zudem sind die genauen Kosten nicht ersichtlich, da es unterschiedliche Finanzmodelle gibt. Gerade beim Kommunalen-Busbetrieb gibt es viele Unternehmen die zwar eigenwirtschaftlich arbeiten, aber durch viele Schülertickets finanziell unterstützt werden. Die Kosten für diese Schüler-Tickets werden aber nicht unbedingt als Subvention geführt, sondern eher als Bildungskosten.

      Um den Nahverkehr kostenlos anbieten zu können, müssten also nicht nur ein paar Milliarden mehr aufgebracht werden, sondern auch das Geld für die Unternehmen, die eigenwirtschaftlich arbeiten. Auch würden dann wahrscheinlich viel mehr Menschen den Nahverkehr nutzen, da sie ohnehin dafür zahlen würden. Entsprechend würden also nicht nur ein paar, sondern sehr viele neue Busse, Züge, Standorte und Fahrer gebraucht werden. Zugleich würden auch die Einnahmen sinken, da weniger Benzin verbraucht werden würde. Schlussendlich sollte auch an mögliche Probleme gedacht werden. Mehr Sachschäden, obdachlose, die nicht aussteigen und weitere für die zusätzliches Wachpersonal benötigt würde.
    • Was mich hier wirklich sprachlos macht, ist die Tatsache, dass Ex-Bahnchef Grube nicht einmal ein Mindestmaß von Unrechtsbewusstsein zeigt:

      Auf Kritik des jetzigen Verkehrsministers Scheuer an Grubes Abfindung reagiert dieser lediglich mit der Äußerung: "Das hat mich sprachlos gemacht".
      handelsblatt.com/unternehmen/m…nlayer=Newsticker_1985586

      Da bleibt mir einfach nur die Spucke weg.

      Aber: vielleicht sollte die Bahn bei künftigen Verträgen mit Führungskräften ganz einfach mehr Sorgfalt walten lassen.
    • Wer einen guten Manager haben will, der muss auch dafür bezahlen. Ob das Gehalt nun gerechtfertigt ist oder nicht, private Unternehmen zahlen in der Regel genauso viel oder sogar noch mehr. Würde die Bahn nun erheblich weniger zahlen, dann würde sicherlich kein guter Manager bei der Bahn arbeiten wollen, sondern nur die, die anderswo nicht eingestellt werden.

      Der Job eines Geschäftsführers ist auch nicht ohne Probleme und Risiken. Bei Problemen ist ein Geschäftsführer ständig erreichbar, zudem behelligen Presse und Politiker einen und ständiges Reisen ist auch eher die Regel, als die Ausnahme. Entsprechend finde ich es durchaus gerecht, dass ein Manager mehr verdient als ein "normaler" Angestellter. Millionen müssten es sicherlich nicht sein, aber Manager mit guten Kontakten gibt es eben nicht so viele, wie benötigt werden. Entsprechend verhält es sich bei ihnen wie mit seltenen Waren. Die Nachfrage ist groß und der Preis steigt.

      Bzgl. der Abfindung: Ich kann auch nicht verstehen weshalb nun viele/einige auf Grube sauer deshalb sind. Er hat seinen Teil des Vertrages erfüllt und sicherlich länger für die Bahn gearbeitet, als manch anderer. Die Abfindung hat auch nicht Grube veranlasst, sondern der Bahn-Vorstand hat dieser zugestimmt. Eventuell sogar angeboten. Entsprechend sollte sich der Hass wenn überhaupt auch nur gegen dieser Personen richten. Das einige von Ihnen nun selbst Grube attackieren empfinde ich als unverschämt. Ich kann doch niemanden mit einem Vertrag locken und die unschönen Passagen stäter der gelockten Person anlasten.

      Ansonsten: Weshalb sollte Grube darauf verzichten? Nur weil er mehr Geld verdient als viele andere? Ich bin mir sicher, dass die meisten auf ähnliche Zahlungen, auch wenn die Summe eventuell erheblich kleiner sein sollte, auch nicht verzichten würden.
    • Sehe ich auch wie Tolive. Manager werden auch gar nicht nach Leistung bezahlt, sondern eher nach Verantwortung. Sieht man auch schön, je mehr man zu verantworten hat, desto mehr Geld bekommt man, egal ob man dazu fähig ist oder nicht. Ein guter Manager muss sich auch gar nicht mit dem Unternehmen auseinandersetzen müssen. Er muss nur führen können und die Eier haben um Probleme auf sich zu nehmen. Das lässt man sich dann natürlich bezahlen.
    • Es geht hier gar nicht um die Höhe der Managergehälter per se.

      Was im Fall Grube unangenehm aufstößt, ist vielmehr die Tatsache, dass ein Chef, der selber hinwirft, dafür dann auch noch eine stattliche Abfindung erhält.

      Ich teile hier die Auffassung von Verkehrsminister Scheuer, dass künftig beim Abschluss von Verträgen "Maß und Mitte" einzuhalten sind.
    • Wenn es so im Vertrag steht, dann muss das eben eingehalten werden. Er nutzt ja nur den Vertrag aus. Man hätte das auch nicht so stellen müssen.
      Sieht ja in der Politik auch so aus. Ich sage nur Wulff. Der bezieht ja für 2 Jahre Arbeit glaub auch sein Leben lang Rente als Bundespräsident?
      Das ist auch nicht fair. Mal schauen ob sich da was überhaupt mal ändert.