Verspätungsprobleme bei der Bahn

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    • Verspätungsprobleme bei der Bahn

      Die "Welt" schreibt heute, dass Bahnchef Lutz für 2018 eine Pünktlichkeitsrate bei den Fernzügen von 82 % anstrebt.

      Dieses Ziel ist nicht besonders ehrgeizig, insbesondere, wenn man bedenkt, dass schon seit Jahren eine Rate von 85% angestrebt, allerdings nicht annähernd erreicht wurde.

      So waren 2017 nur 78,5% der Fernzüge pünktlich, wobei Verspätungen von bis zu 6 Minuten gar nicht gezählt werden.
    • Ja, in der Tat, was die Pünktlichkeit der Fernverbindungen anbelangt, da gibt es reichlich Luft nach oben.
      Wenn man die ganzen Züge in die Statistik einbezieht, die auch verspätet sind, aber weniger als 6 Minuten, sähe die Pünktlichkeitsrate noch weit schlechter aus.

      Mich hat mal interessiert, was die Hauptursachen für Verspätungen sind und dazu ein wenig recherchiert:

      anscheinend ist eine der Hauptursachen für Verspätungen die hohe Auslastung des Schienennetzes .
      Diese führt dazu, dass ein verspäteter Zug dafür verantwortlich ist, dass auch nachfolgende Züge letztlich zu spät sind, weil sie quasi "im Stau" stehen.
      Dieses Problem ist der Bahn hinreichend bekannt. Offenbar versucht man mit einer Digitalisierung der Leitsysteme Abhilfe zu schaffen.
      Allerdings wird es noch einige Jahre dauern bis dieses System realisiert werden kann, weil der Bahn hierfür wohl das Geld fehlt.
    • Michael52 schrieb:

      Offenbar versucht man mit einer Digitalisierung der Leitsysteme Abhilfe zu schaffen.

      Das Problem ist einfach, dass bei einem Problem die Züge aufschließen. Im schlimmsten Fall schließt ein schneller ICE zu einem langsamen RE auf. Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der RE hält beim nächsten Bahnhof so lange, bis der ICE überholt hat oder der ICE kann nur noch mit der Maximalgeschwindigkeit des RE weiterfahren. Egal welche Lösung gewählt wird, der ICE wird auf jeden Fall mit einer Verspätung weiterfahren. Durch die kann es passieren, dass er beim nächsten Streckenabschnitt die für Ihn vorgesehene Lücke verpasst und auch dort zu dich hinter einem langsameren Zug fährt. …

      Zusätzlich versucht die Bahn dann auch noch vorgesehene Verbindungen aufrecht zu erhalten. Beispielsweise der Anschluss vom ICE mit Halt in Hannover zu dem mit Halt in Hamburg. Soll der mit Halt in Hamburg stehen bleiben, damit die Fahrgäste aus dem Zug mit Halt in Hannover ihren Anschluss erreichen, dann gibt es schon zwei Züge mit diesem Problem. Die Regionalbahnen nicht mit eingerechnet.

      Die Digitalisierung der Leitsysteme wird das Problem nicht lösen, sondern den Fahrdienstleitern und co. nur schneller einen besseren Überblick über die Gesamtsituation ermöglichen. Dadurch werden sicherlich die Verspätungen verkürzt und in einigen wenigen Fällen auch vermieden werden können. Aber das eigentliche Problem und die Auswirkungen dessen werden bleiben.
    • Ich denke auch, dass uns Verspätungen auch künftig in der bisherigen Größenordnung erwarten werden.

      Aber:
      Die Digitalisierung würde nach Berechnungen der Bahn die Kapazität der vorhandenen Gleisanlagen um 20% steigern.
      Allerdings würde die vollständige Digitalisierung der Gleisanlagen etwa 30 Milliarden € kosten.
      Ergo wird sich erst einmal nicht viel tun, weil die Bahn das Geld einfach nicht hat und somit der Bund als Anteilseigner einspringen müsste , siehe sz.de.