Persönlichkeiten,die für die Entwicklung der Eisenbahn in Deutschland entscheidend waren

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    • Persönlichkeiten,die für die Entwicklung der Eisenbahn in Deutschland entscheidend waren

      Schönen Guten Morgen ,liebe Lena und Freunde, :)
      ich möchte mit meinem neu erstellten Thread auf ein bisher in unserem Spitzenforum(!) wenig bis gar nicht vorhandenes Thema hinweisen,welches für manchen von Euch ziemlich neu sein dürfte,dennoch
      aber dennoch meiner Ansicht nach in den Themenkomplex Eisenbahn passt! Es geht mir hierbei um die Historie der Eisenbahn und Persönlichkeiten,die für die Entwicklung und den Fortbestand der
      deutschen entscheidend waren. Ich hoffe dabei auf Euer reges Interesse und Antworten zu diesem Thema! Sollten bei Euch in diesem Zusammenhang Fragen ,egal welche,auftauchen sollten,versuche ich
      sie,soweit ich sie beantworten kann,auch zu beantworten!

      Beginnen möchte ich mit einer Persönlichkeit,die leider schon in Vergessenheit geraten ist!

      Die Geschichte der Entwicklung unseres deutschen Eisenbahnwesens begann ja bekanntlich mit der Eröffnung der Relation zwischen Nürnberg und Fürth am 1.12. 1835. Es gab zwar schon vorher,also in
      der Zeit zwischen ca.1798 und 1820 Versuche,ein Eisenbahnnetz,sowie wir es heute kennen,zu entwickeln,diese Versuche scheiterten! Und zwar,weil viele der damaligen Zeitgenossen die Eisenbahn für
      "Teufelszeug und Ausgeburt der Hölle" hielten!

      Jetzt aber zu der vorher von mir genannten Persönlichkeit:

      List Friedrich,geboren am 06.08.1789 in Reutlingen,gestorben ist dieser Pionier der deutschen Eisenbahn am 30.11.1846 im österreichischen Kufstein,welches zum österreichischen Bundesland Tirol gehört.
      Dort im tirolerischen Kufstein schied er durch Suizid aus dem Leben. Friedrich List war Professor für Volkswirtschaftslehre.
      Er hat den deutschen Handels-und Gewerbeverein,quasi der Vorläufer unserer heutigen Industrie-und Handeslkammern ,mitbegründet;er galt auch als Verfechter der zollpolitischen Einigung zwischen den
      damals noch eigenständigen Ländern wie z.B. Württemberg,Baden,Hessen,Bayern,Hesssen etc. Er geriet dabei aber in Gegensatz zur damaligen württembergischen Regierung,,verlor im Jahr 1820 seine
      Professorenstelle in Tübingen,wurde wegen seiner radikal liberalen Haltung,vor allem in Wirtschaftsfragen durch die 2. Kammer des württembergischen Parlaments zzu Festungshaft verurteilt.
      Durch Flucht in de USA entzog er sich der Haft,wo er vor allem publizistisch tätig wurde.
      Seit 1830 war er im konsularischen Dienst der USA in Europa und wurde dort zum Vorkämpfer des Eisenbahnbaus inDeutschland.

      Allein die Lebensgeschichte von F.List zeigt wieder einmal ganz,ganz deutlich, daß der "Prophet" im eigenen Land nichts gilt und erst durch Flucht,wie bei F.List passiert,entscheidenden Einfluß auf die
      Entwickung und den Bau der Eisenbahn in Deutschland nehmen konnte!

      Liebe Lena,ich hoffe,daß ich mit meinem Beitrag interessante Infos zur Geschichte derEisenbahn in Deutschland liefern konnte!
      Wünsche Dir noch ein schönes WE!
      LG von SR nach M
      Erwin
    • Hallo Erwin,

      vielen Dank für deinen heutigen Post.

      Mehrere Kollegen haben ja bereits dein außergewöhnliches Fach-Wissen rund um alle Themen über Bahn und Co. lobend hervorgehoben.

      Dem kann ich mich nur anschließen.

      Dein Wissen ist sehr ungewöhnlich und sucht seinesgleichen. :thumbsup:

      Das ist das eine, das andere ist, ich sehe es als große Bereicherung für unser Forum, wenn jemand von Zeit zu Zeit Posts über verschiedenste Bahn-Themen verfasst.

      Ich persönllch würde mich sehr freuen, wenn du deine Reihe über Persönlichkeiten, die für die Entwicklung der Bahn in Deutschland wichtig waren, immer wieder mal fortsetzt.

      Ich weiß, dass das Verfassen von Posts Zeit und Muse voraussetzt, aber , wenn du ab und zu Lust hast, dann glaube ich, würden sich hier eine ganze Menge Leute freuen.

      P.S.
      Friedrich List war mir bislang völlig unbekannt. Du hast dankenswerterweise diese Wissenslücke bei mir geschlossen :) !

      Schönes WE und LG nach SR!

      Lena
    • Liebe Lena und Freunde, :)
      wünsche Euch einen schönen Guten Morgen!
      Hier nun,soweit ich sie in Erfahrung bringen konnte,die Lebens-und Berufsdaten von Robert Garbe,dem genialen Lokkonstrukteur von so legendären Dampfern wie der P8,
      T18.
      Geburtsdatum : 09.01.1847 in Oppeln(heute : Opole,Polen) 23.05.1932 in Berlin verstorben.
      Robert Garbe hat 1867 seine Prüfung als Lokomotivführer mit Erfolg abgelegt.
      1872 wurde er als Lokomotivkonstrukteur bei den Oberschlesischen Eisenbahnen,damals noch zu Deutschland gehörend ,übernommen.
      1882 wurde Robert garbe dann als Maschinenmeister der damaligen KPEV=Königlich preußische Eisenbahnverwaltung ,ernannt.
      1890 erfolgte dann eine weitere Beförderung zum Eisenbahndirektor der KPEV.
      Am 01.04. 1912 wurde er dann in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet,bis er schließlich am 23.05.1932 in Berlin versarb.

      Auf Robert Garbe geht auch noch die Entwicklung und der Baureihe T 18(spätere Bezeichnung :BR 78 der DB-West) im Jahr 1912 zurück.
      Wünsche dir,liebe Lena ein schönes WE!
      LG
      von SR nach M
      Erwin
    • Liebe lena, :)
      wie versprochen ,liefere ich dir die Lebensdaten von August Meister nach,soweit ich sie noch recherchieren konnte!
      August Meister war ein deutsch.schweizerischer Lokkonstrukteur,der auf das Aussehen und die Gestaltung der damaligen Einheitsdampfloks ,die in der berühmten
      Lokschmiede Borsig in Berlin entstanden,großen Einfluß hatte.

      August Meister wurde am 05.06.1873 im schweizerischen Zürich geboren, Er verstarb am 26.05.1939 in Berlin.
      Weitere Lebens-und Berufsdaten konnte ich,trotz intensivster Recherche nicht mehr herausfinden!
      LG von SR nach M
      Erwin
    • Liebe Lena, :)
      Fortsetzung von Eisenbahnpionieren
      Emil Kessler- Geb. 20.08.1813 im heutigen Baden-Württemberg
      gest.16.03.11867 in Esslingen
      Dieser Eisenbahnpionier ist leider in Vergessenheit geraten. Nach dem Abschluß des Pädagogiums(Gymnasium) begann er ein Studium als Maschinenbauingenieur.
      Danach reiste er viel und gründete mit einem Freund ein Maschinenbauunternehmen,aus welchem dann einige Jahre später dann die berühmte Maschinen-und Lokomotivfabrik Esslingen hervorging.
      Mitte der 1850er Jahre des 19.Jahrhunderts mußte seine Firma wegen der Wirtschaftskrise Konkurs anmelden. Dies hinderte aber Emil Kessler nicht daran, seine Firma
      neu zu gründen! Diese war dann noch größer,so daß Emil Kessler dann in der Lage war,über 800 (!) Lokomotiven und Triebwagen herzustellen!
      In den besten Zeiten waren bei Emil Kessler bis zu 1000 (!) Menschen beschäftigt. Somit konnte Emil Kessler pro Jahr 50 Lokomotiven herstellen.
      Aber nicht nur als Lokomotivkonstrukteur war er berühmt,sondern auch dafür,daß er sich um das Wohl seiner Mitarbeiter sorgte, indem er beispielsweise extra für
      seine Beschäftigten eine eigene Krankenkasse(!) gründete,und zugleich den 8 Stundentag(!) einführte. Emil Kessler war somit auch einer der ersten AG, der die soziale
      Verantwortung für seine Beschäftigten ernst nahm!

      Die bekannteste seiner Lokomotivkonstruktionen war die Badenia. Aber auch die später als "Esslinger" bekannt gewordenen Schienenbusse gehen auf Emil Kessler zurück!
      Wünsche Dir ein schönes WE!
      LG von SR nach M
      Erwin
    • Liebe Lena, :) hier nun ein weiterer,leider in Vergessenheit geratener Eisenbahnpionier:
      Hans Wendler, geb. 16.07.1905 in Berlin geboren,am 19.01.1989 verstarb Hans Wendler. Über sein letztes domizil,wo er versarb,hüllen sich die div.Fachpublikationen in Schweigen!

      Hans Wendler gehört,völlig zu Unrecht,zu denjenigen Eisenbahnpionieren,die man seitens der damaligen DDR-Regierung vergessen hat! Sein geniales System der Verfeuerung von
      Braunkohlestaub in Dampfloks ist leider ebenso in Vergessenheit geraten,wie seine Verdienste um die Wiederinbetriebnahme der Berliner S-Bahn nach dem Ende des 2.Weltkriegs!

      Die ersten Erfahrungen mit der Verfeuerung von Braunkohlestaub in Dampfloks sammelte Hans Wendler Anfang der 1930er Jahre als Maschinenbauingenieur und Lokkonstrukteur
      bei der berühmten und legendären Lokschmiede Borsig in Berlin.

      Die damalige Regierung beauftragte Hans Wendler,das fast zur Gänze zerstörte Berliner S-Bahn-Netz samt Fahrzeugen,sofern noch welche unbeschädigt waren,wieder in Gang
      zu setzen, was ihm dann auch gelang!

      1949 wurden ca. 110 (!) Dampfloks auf Braunkohlestaubfeuerung nach dem System Wendler umgebaut! Vorher aber,zu Beginn des Jahres 1949 konnte er die damalige
      SMAD(Sowjetische Militäradministration) unter deren Verwaltung sich die DR befand,von seinem System der Braunkohlestaubverfeuerung überzeugen!
      LG von SR nachM
      Erwin
    • Hallo Erwin,

      vielen Dank für die Fortsetzung deiner Serie über bedeutende Eisenbahnpioniere.

      Unabhängig davon, dass ich keinen einzigen zuvor namentlich kannte, hat mich die Geschichte des heute vorgestellten Hans Wendler besonders beeindruckt.

      Seine Erfindung, Loks mit Braunkohlestaub anzutreiben, dürfte bahnbrechend gewesen sein und ist letztendlich wohl die "Rettung" für den Schienenverkehr in der damaligen SBZ bzw. späteren DDR gewesen, da man meines Wissens keine eigenen Steinkohlevorkommen hatte und auch keine Devisen zum Einkauf im Ausland.

      Letztlich war Wendler somit ein Genie, schade , dass ihn heute wohl kaum jemand noch kennt.

      Ich wünsche ein schönes und endlich mal sonniges (!) WE

      LG, Lena
    • Liebe Lena, :)
      ich danke dir ganz,ganz,ganz herzlich für Deine Rückantwort! Es war,wie du in deiner Antwort richtigerweise geschrieben hast,in der Tat so,daß die damalige DDR über
      keinerlei Devisen zum Einkauf von teurer und guter Steinkohle im damaligen Westen vefügte! Dazu mußt du aber noch folgendes ergänzend wissen:
      Es gab zwar in der damaligen SBZ,sprich spätere DDR schon Steinkohlevorkommen,aber die geringe Anzahl der Gruben und die äußerst schlechte Qualität
      der Steinkohle;Wirkungsgrad unter 50 %(!) veranlaßten damals Hans Wendler ,sein System der Braunkohlenverfeuerung in Dampfloks zu entwickeln!
      Hans Wendler wurde damals auch mit mehreren Preisen von der DDR-Führung(Ulbricht & Co) geehrt!

      Bis zu dem Zeitpunkt,als Hans Wendler sein geniales System der Verfeuerung von Braunkohlestaub zur Anwendung brachte,wurde in den Dampfloks der DDR
      die schlechte einheimische Steinkohle in den DR-Dampfloks verfeuert.
      Das Ergebnis war für so berühmte DR-Dampfloks wie z.B. die BR 17("Sachsenstolz),03, 01 ,nur um die wichtigsten Dampflokbaureihen der DR zu nennen,katastrophal:
      Feuerbüchsenrisse, zerknallende Kessel etc.!

      Liebe Lena,dies war eine kurze,aber wie ich finde,notwendige Ergänzung zu Hans Wendler.
      LG von SR nach M
      Erwin
    • Liebe Lena, :)
      hier nun.eine weitere bedeutende Persönlichkeit des deutschen Eisenbahnwesens. Leider gibt es dazu nur sehr dürftige Lebensdaten,die ich dir aber trotzdem gerne
      übermitteln möchte:
      Name: August von Borries
      Geburtsdatum: 27.1.1852 in Niederbecksen,heute:Bad Oeynhausen
      Todestag: 14.2.1906 im italienischen(Südtirol) Kurort Meran

      Erwähnenswert sind noch die Tatsachen,daß er der Erfinder der sog."Heißdampflokomotiven" ist und folgende Dampflokbaureihen auf ihn zurückgehen:
      S 2/5
      S3/5

      die beiden Großbuchstaben kennzeichnen die von mir genannten Baureihen als Schnellzugdampflokomotiven. Bemerkenswert ist aber auch die Tatsache,daß die von
      mir genannten Dampfer immer in Bayern bei der königlich .bayerischen Staatseisenbahn gefahren sind! Sollte ich noch die Relationen dieser Dampfer finden,liefere ich sie
      dir gerne nach!!!
      LG
      Erwin
    • Liebe Lena, :)
      hier nun die Lebensdaten eines weiteren ,mir bis dahin ebenfalls unbekannten,in Vergessenheit geratenen deutschen Eisenbahnpioniers:
      Name:Georg Egestorff
      Geburtsdatum: 07.02.1802 in Linden(heute Ortsteil von Hannover)
      Sterbedatum: 27.05.1868 in Linden(s.o)

      Georg Egestorf hat den Handwerksberuf eines Böttchers(vermutlich heutige Berufsbezeichnung Chemiker oder evtl auch Faßhersteller)
      erlernt.(konnte leider die genaue heutige Berufsbezeichnung trotz Verwendung von mehreren Lexika nicht ermitteln!) Falls ich doch noch
      fündig werden sollte,liefere ich die heutige Berufsbezeichnung selbstverständlich nach!!!

      Georg Egestorff war für die damalige Zeit(Mitte 18.Jahrhundert) ein äußerst sozial eingestellter Unternehmer! Er schuf für seine Mitarbeiter,
      die er in seiner Eisengießerei Beschäftigte eine Krankenkasse,eine Unterstützungskasse bei Sterbefällen,einen Betriebskindergarten,ein Kinderheim
      und den Vorläufer der heutigen Volks- und Hauptschulen ,die sog. "Freischulen",zunächst für 80 Kinder.

      Georg Egestorff war,was viele auch nicht wissen,der Gründer der legendären und dann Anfang der 70 in Konkurs gegangenen Firma Hanomag!
      Hanomag= Hannoversche Maschinenbau Aktiengesellschaft! Das Gründungsdatum läßt sich auf das Jahr 1871, das Jahr, indem der Vorläufer
      des heutigen Deutschland,gegründet wurde ,zurückverfolgen!

      Interessantes Detail am Rande:Georg Egestorff baute ab 1846,11 Jahre nach der Eröffnung der 1. deutschen Eisenbahnrelation zwischen Nürnberg und Fürth,
      erste Lokomotiven,die auch schon damals einen guten Ruf hatten!
      Später kamen dann bei Hanomag auch Lkw,wie die ebenfalls legendären Hanomag L 28,Pkw: "Kommißbrot" hinzu
      LG
      Erwin
    • Schönen Guten Morgen,liebe Lena :)

      hier noch ein weiterer deutscher Eisenbahnpionier,der auch leider schon in Vergessenheit geraten ist.
      Name:Erich Metzeltin
      Geburtstag: 08.08.1871 in Berlin
      Sterbetag: 18.04.1948 in Hannover

      Erich Metzeltin besuchte das Gymnasium in Berlin -Friedrichsstadt. Nach dem Abitur studierte er an der TH Berlin Charlottentorg Maschinenbau. Das Studium schloß er
      mit Auszeichnung ! Danach legte er erfolgreich die Prüfung zum Lokomotivführer ab.Danach war er für die AEG in Berlin tätig.
      Erich Metzeltin war auch derjenige,der die Deutschen Straßenbahnnetze entwickelte und die bisherigen Pferdebahnen auf elektrischen Betrieb umstellte.
      1902 überwachte Erich Metzeltin einen schwierigen Auftrag zur Lieferung von 56 Lokomotiven an die East Indian Railways.
      1904 hatte er die Idee ,die bisherige lange Telegrammadresse von Maschinenfabrik auf das einfachere Wort :HANOMAG(s. meinen vorherigen Post)umzustellen.
      1918 gründete Erich Metzeltin den Allgemeinen LokomotivNormausschuß.
      LG von SR nach M
      Erwin