Erhöhtes Beförderungsentgelt zahlen oder Widerspruch einlegen?

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    • Erhöhtes Beförderungsentgelt zahlen oder Widerspruch einlegen?

      Hallo,

      ich habe heute einen Brief des Verkehrsunternehmens Abellio bekommen, wonach eine Reduzierung des erhöhten Beförderungsentgeltes derzeit "nicht möglich" ist (wer's glaubt...). Aber der Reihe nach:

      Ich schrieb am 23. Juni eine Mail an Atriga ("Portal für innovaties Forderungsmanagement") mit folgendem Inhalt:

      MartinK schrieb:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      am 15.06.2019 wollte ich in Lippstadt eine Fahrkarte nach Iserlohn im
      Fahrkarten-Automaten lösen, erhielt aber stattdessen nur einen
      Reiseplan ausgedruckt (siehe Anhang). Auch ein anwesender Freund war
      deswegen verwirrt.

      Obwohl ich die App "DB Nagivator" der Deutschen Bahn habe, war es mir
      weder am Vorabend im Hotel noch am Abreisetag darüber möglich, ein
      Ticket zu bezahlen - ich bekam nur einen Zertifizierungsfehler
      angezeigt. Deswegen wollte ich eine Fahrkarte am Automaten lösen, wie
      eingangs schon erwähnt.

      Da auch dies nicht gelang, wollte ich im Zug eine Fahrkarte lösen. Nur
      gab es auf der Strecke von Lippstadt nach Hamm keinen
      Fahrkartenautomaten, auch ist es offenbar nicht mehr möglich, beim
      Schaffner nachträglich eine Fahrkarte zu kaufen.

      Am Bahnhof in Hamm angekommen funktionierte die App der Deutschen Bahn
      seltsamerweise, so dass ich dort ein Ticket kaufen konnte. Ein
      Verschulden meinerseits ist somit ausgeschlossen, und ich hoffe, dass
      die App soweit verbessert wird, um so einen Fehler in Zukunft zu
      vermeiden.
      Dass die App bzgl. des Fahrkartenkaufs fehlerhaft ist, kann man übrigens im Internet nachlesen.

      Lt. Abellio kann "eine abschließende Prüfung nur erfolgen", wenn ich "eine Bestätigung der Deutschen Bahn einreiche, aus der hervorgeht, dass am Tag der Bahnfahrt sämtliche Fahrkartenautomaten" an meinem "Einstiegsbahnhof defekt waren und somit dort kein Erwerb einer gültigen Fahrkarte möglich war."
      Der Fahrkartenautomat, an dem ich war, war ja nicht defekt, ich erhielt aber eben nur einen Reiseplan ausgedruckt. Möglicherweise war ich ja zu doof, den Automaten zu bedienen, aber das galt dann in dem Fall auch für einen Freund, der anwesend war.
      Dass sich noch ein zweiter Automat am Bahnhof befand, wusste ich bis dato nicht. Und ja, ich weiß, Nichtwissen schützt vor Strafe nicht, aber wie schon erwähnt, funktionierte die App weder am Vortag noch am Tag der Abfahrt nicht, und im Zug in Lippstadt befand sich kein Fahrkartenautomat.

      Abellio bittet um Verständnis, "dass dahin gehende Einwendungen, dass beispielsweise aus zeitlichem Druck kein weiterer Fahrkartenautomat aufgesucht werden konnte oder ein solcher nicht gefunden wurde, nicht berücksichtigt werden können."
      Nein, ich habe kein Verständnis dafür. Offenbar war es ein Fehler, mich blind auf die Schrott-App der DB zu verlassen - und ein weiterer, in Hamm eine Fahrkarte zu lösen, wenn ich doch eh die 60 Euro löhnen muss. Trotzdem frage ich die Beteiligten hier, ob es Sinn macht, Widerspruch gegen die Forderung der DB einzulegen oder in den sauren Apfel zu beißen und teures Lehrgeld zu zahlen?

      Gruß

      Martin
    • Hallo Martin,

      aus der Ferne ist guter Rat schwierig, zumal es seit der Bahnreform für den Kunden immer schwerer wird, überhaupt den richtigen Ansprechpartner zu finden (Verkehrsverbund, Betreiber des Ticketautomaten, Betreiber des Nahverkehrszuges, in welchem Du kontrolliert wurdest).

      Mit der DB-App kaufe ich ca. 70 Tickets pro Jahr und habe fast nie Probleme. Die App wird regelmäßig aktualisiert und sollte auf dem Handy immer auf dem neuesten Stand sein. Für Deinen Verkehrsverbund in NRW gibt es offenbar weitere Apps, mit denen Du Tickets kaufen kannst:

      westfalentarif.de/de/app/

      Wenn bei mir in Hessen der Automat "spinnt", fotografiere ich mit dem Handy die Bildschirmanzeige sowie die Automatennummer. Zusammen mit Datum und Uhrzeit der Aufnahme habe ich einen Nachweis, falls ich in eine Situation wie Deine geraten sollte.

      Einziger vielleicht hilfreicher Tipp: Ich würde mich an Deiner Stelle vielleicht mal an den Fahrgastverband ProBahn wenden: Die kennen sich mit diesen Fällen aus und können Dir eventuell Tipps zum weiteren Vorgehen geben:

      probahn-nrw.de

      Viele Grüße und viel Erfolg,
      Markus
    • Hallo Markus,

      danke für deine Antwort.

      Wie ich schon schrieb, funktionierte die App in Hamm ja plötzlich, davor - in Lippstadt - gab es immer einen Zertifizierungsfehler - dazu gibt es hier eine interessante Diskussion.

      Deinen hilfreichen Hinweis werde ich das nächste Mal beherzigen. Allerdings sehe ich keine Chance, um die Zahlung der 60 Euro herum zu kommen und habe diese vorhin überwiesen - auch wenn ich mich weiterhin im Recht sehe. Die DB ist auch nicht gerade dafür bekannt, kulant zu sein.

      Gruß

      Martin