Änderung der Verkehrspolitik

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Änderung der Verkehrspolitik

      Schönen guten Abend liebe Lena, :)

      daß in der Verkehrspolitik des Bundes ein Umdenken stattfinden muß,ist wohl unstreitig! In diesem Zusammenhang sind vor allem die Ausführungen des Chefs des Verbandes:Allianz Pro Schiene ,Dirk Flege
      interessant, die er in einem ausführlichen Interview in meinem Fachblatt:Modelleisenbahner mit dem Herausgeber Stefan Allkofer,gemacht hat.

      Deutschland steht demnach mit den Pro-Kopf -Investitionen des Staates in die Schieneninfrastruktur an 8letzter Stelle,Spitzenreiter ist demach nach dessen Aussage und des Verbandes:Allianz pro Schiene
      die Schweiz,gefolgt von Österreich,Dänemark,Schweden,Niederlande,Großbritannien,Italien,Seutschland,Frankreich. Den traurigen letzten Rang in dieser Ausgabenstatistik belegt Spanien!

      Und es kommt bei diesem ausführlichen Interview auch heraus,daß der Güterverkehr auf der Schiene eindeutig im Nachteil ist!

      Lt. Dirk Fliege bremsen sowohl die Bürokratie als auch die Bevorzugung des LKW im Güterverkehr den Güterverkehr auf der Schiene aus!

      Dirk Flege macht aber auch die vor 25 Jahren erfolgte Bahnreform und damit den massiven Stellenabbau gerade bei Lokführern und anderem Personal dafür verantwortlich.


      Aber aus meiner Sicht kommt in diesem Zusammenhang etwas entscheidendes hinzu:

      Noch bevor es zur Bahnreform kam,war es so,daß die damaligen Verkehrsminister leider schon damals dem LKW-Güterverkehr den Vorrang vor dem umweltfreundlicheren Gütertransport auf der Schiene gaben.

      Und ein letzter Punkt hierzu: Auch die im Zuge der Bahnreform vorgenommene Aufsplitterung in verscheidene Geschäftsbereiche trug aus meiner Sicht dazu bei,daß zum einen die Investitionsbereitschaft des
      Staates in die Schieneninfrastruktur massiv eingebrochen ist und zum anderen haben die Bahnvorstände diese negative Entwicklung zu spät erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen viel zu spät
      ergriffen ,sprich sich zu spät dem Wettbewerb gerade auf dem Güterverkehrssektor gestellt!

      Freue mich schon jetzt auf Deine Antwort!

      LG von SR nach M
      Erwin
    • Guten Morgen, Erwin,

      Vielen Dank für deine Ausführungen zu den Fehlern in unserer Verkehrspolitik.
      Im Prinzip kann ich dir in vollem Umfang zustimmen, alle deine Argumente sind zutreffend und zeigen die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs durch die Politik.

      Ergänzend möchte ich noch folgendes sagen:
      Die sträfliche Vernachlässigung der Bahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger ist ein schleichender Prozess, der sich letztlich schon seit Jahrzehnten fortsetzt.

      Bis auf einige wenige Prestigeprojekte (z.B. ICE Schnellstrecke München-Berlin) hat es in den letzten Jahren keine nennenswerten Neubauprojekte gegeben, abgesehen von einigen belanglosen kleineren Streckenoptimierungen, z.B. im Spessart.

      Aber damit nicht genug, selbst die Wartung und der Unterhalt des bereits vorhandenen alten Streckennetzes wurde sträflich vernachlässigt. Über die zahlreichen maroden Brückenbauwerke mag ich schon gar nicht mehr reden.

      Auf nicht wenigen Streckenabschnitten müssen die Züge wegen schlechter Schieneninfrastruktur langsamer fahren, als dies ansonsten möglich wäre.

      Diese Fakten sind unfassbar und erinnern an die Zustände in Bananenrepubliken.
      Zurecht deshalb dein Hinweis auf die ungenügende "Pro Kopf Investitionen in das Schienennetz".
      Die Schweiz und Österreich sollten uns da wirklich als Vorbild dienen.

      Und noch was:
      Die sträfliche Vernachlässigung der Bahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger geht auf das Konto "aller etablierten Parteien".

      Letztlich haben diesbezüglich sowohl Union, wie SPD, FDP und genauso die Grünen versagt.

      Ja, ich nenne hier ganz gezielt die Grünen.
      Die Grünen haben die Tendenz sich gerne als Umweltapostel par excellence hinzustellen. Sie haben die Neigung, ihre Thesen oberlehrerhaft zu vermitteln.

      Aber zum beschleunigten Ausbau der Bahn haben sie bislang genauso versagt, wie ihre Mitbewerber.

      Manche von uns haben möglicherweise schon fast vergessen, dass die Grünen von 1998-2005 in Regierungsverantwortung der Bundesregierung standen.

      Nichts desto weniger habe ich immer noch eine Resthoffnung, dass sich in den Politikerköpfen doch langsam ein gewisses Umdenken breitmacht.
      Zumindest sind parteiübergreifend in der letzten Zeit Anzeichen erkennbar, dass man der Bahn künftig mehr Priorität einräumen möchte.
      Bin mal gespannt, wie es weitergeht!

      Viele Grüße von M nach SR und natürlich überall hin, wo Kolleginnen und Kollegen unser Forum mitverfolgen :) !

      Lena
    • Liebe Lena, :)
      ich möchte meinen geschriebenen Post noch um einige ,aus meiner Sicht wichtige Punkte ergänzen:

      1. Chefetage: Hier wurden aus meiner Sicht die größten Fehler dadurch begangen,daß man unfähige Leute,denen die Bahn und das ihnen anvertraute Personal völlig egal waren,
      zu Chefs des Staatskonzerns gemacht hat:Dürr,Ludewig,Clement,Mehdorn,Lutz.
      2. Schließung und Auflassung von Güterbahnhöfen,Aufgabe des StückgutverkehrsWagenladungsverkehr,Abschaffung der sog. Leig-Einheiten,d.h. Leichte Güterzugeinheiten,zumeist
      von BR wie E 94,E50,E51,E 93,E181,E 184(EuropaLokomotiven.
      3. Aufgabe der ROLA=Rollende Landstraße. Hierbei ist anzumerken,daß sich die verkehrliche Situation gerade im Bereich der Inntalrelation,sprich Relation München-Kufstein-Innsbruck-Bozen(Bolzano) dramatisch verschlechtert hat,so daß sich tagtäglich 100 000 und mehr LKW durch daß ohne schon überlastete und enge Inntal regelrecht quälen und
      dadurch die wohnliche Situation in den betroffenen Anrainergemeinden,als Beispiel nenne ich hier Innsbruck,durch den Schadstoffausstoß der LKW die Grenze der Belastbarkeit
      deutlich überschritten wird!
      4. kein einheitliches Bahnstromsystem Hier beziehe ich mich wieder auf Punkt3 meines Posts und darauf,daß die Bahn AG,ÖBB,SBB mit 15 2/3 Hz Wechselstrom fahren und
      im grenzüberschreitenden Bahngüterverkehr jedesmal im Grenzbahnhof im tirolerischen Innsbruck andere Loks vor die Güterzüge gespannt werden müssen,da die italienische
      Staatsbahn(Ferrove del Stato) ihr Bahnstromnetz auf Gleichstrombasis betreibt! Damit enstehen beim Gütertransport auf der Schiene zeitraubende und unnötige Verzögerungen,
      die sich aus meiner Sicht vermeiden ließen,könnten sich die Verkerhrsminister aus Deutschland,Österreich,Schweiz mit ihrem italienischen Kollegen auf eine Umstellung des
      italienischen Gleichstromnetzes auf das von mir genannte Wechselstromsystem,welches im Bahnverkehr den heute gültigen Standards entspricht und somit einheitlich ist,einigen!

      Dies würde dann aus meiner Sicht das lästige Lokwechseln im derzeitigen Grenzbahnhof Innsbruck überflüssig machen,d.h. die grenzüberschreitenden Güterzüge aus Deutschland,
      Österreich und der Schweiz könnten dann sozusagen ohne Verzögerungen in einem "Rutsch" nach Italien fahren!

      Ich freu mich schon jetzt auf Dene Antwort!
      LG von SR nach M
    • Hallo Erwin,

      ich hab große Augen gemacht, wie ich in deinem post las, dass Deutschland, Österreich und Italien noch nicht mal ein einheitliches Bahnstromsystem haben.

      Also muss bei jedem Grenzübertritt die Lok gewechselt werden?

      Denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Forcierung des Güterverkehrs auf der Schiene.

      Und man sieht es ja heute wieder bei den Gesprächen in Berlin:
      Deutschland und Österreich sind sich im Prinzip nur darüber einig, dass sie uneins sind.

      Ich bin da wirklich fassungslos.

      Ein Minimalkonsens wäre, dass Söder einer LKW Transitmaut zustimmt und dadurch der LKW Verkehr unattraktiver wird.
      Im Gegenzug wäre von Plattners Seite dringend erforderlich, den Dieselpreis in Tirol zu erhöhen, damit auch hier nicht mehr soviel Anziehungskraft für LKW besteht.
      Außerdem könnte es eine Geste sein, die gute Nachbarschaft wieder herzustellen, indem man die Blockabfertigung nur noch selten durchführt.

      Blockabfertigung reduziert nicht die Zahl der LKW, sie verlagert nur die Staus nach Bayern.
      Das nennt man Floriansprinzip.
      "Lieber St. Florian verschon uns vor Staus, schicke sie lieber den Nachbarn Bayern"

      Die von dir nochmals angesprochene ROLA (rollende Landstraße) könnte ein hit sein.
      Aber inzwischen, so fürchte ich, wird sich auf absehbare Zeit so gut wie nichts ändern.

      Leider!

      Viele Grüße an alle!
      Lena
    • Liebe Lena, :)
      um gleich ein Mißverständnis auszuräumen:Deutschland,Österreich und die Schweiz fahren unter Wechselstromsystem,während hingegen unsere italienischen Freunde
      beim Bahnstrom aus der Reihe tanzen;denn die FS(Ferrovie Stato,italienische Staatsbahn) benutzen das Gleichstrombahnsystem,d.h. sobald die Deutsche Bahn,die ÖBB
      und die SBB mit ihren Güterzügen nach Italien wollen,müssen in der ZFL=Zugförerungsleitung Innsbruck,die Loks der von mir vorher genannten Staatsbahnen in Innsbruck, die
      Loks tauschen,d.h. ab Innsbruck werden dann seitens der FS deren Loks vor die Güterzüge gespannt!
      Aus meiner Sicht ein Unding! Da heißt es dann von politischer Seite:Europa wächst zusammen! Von wegen!
      Freu mich auf deine Antwort!
      LG von SR nach M
      Erwin
    • Hallo zusammen,

      das Durcheinander der vielen unterschiedlichen Stromversorgungen und Zugsicherungssysteme in Europa ist historisch so gewachsen. Es verliert jedoch an Bedeutung, seitdem in Europa sog. Mehrsystemloks unterwegs sind, die unter mehreren Systemen fahren können.

      Die modernen Loks zB von Siemens oder Bombardier können ab Werk entsprechend ausgestattet werden, erkennbar sind sie an den drei oder vier Stromabnehmern auf dem Dach.

      Am Brenner, wo früher zwingend ein Lokwechsel erforderlich war, wird heute meist nur noch umgeschaltet und die Lok kann zB von München bis Verona durchgehend am Zug bleiben.

      Viele Grüße, Markus
    • Schönen Guten Morgen liebe Lena, :)
      eine "brandheiße" und hochaktuelle Nachricht zum Thema Investitionen bei der Bahn:

      Nach jahrzehntelangem "tiefschlaf" unserer Verkehrspolitiker bzw, Minister will der Bund in den nächsten Jahren die Summe von 86 Milliarden Euro(!!!) in die Verbesserung
      der Schieneninfrastruktur,sprich Sanierung von Brücken,Gleisen,Gebäuden,Rollmaterial,sprich neue Loks und Wagen in die "Hand nehmen!

      Nun ist dies einerseits aus meiner Sicht sehr zu begrüßen,andererseits bin ich trotzdem etwas skeptisch,was das finanzielle betrifft! Denn ich glaube ehrlich gesagt nicht,
      daß diese oben genannte Summe ausreichen wird,die Fehler,die in letzten Jahrzehnten seitens der Verkehrspolitik,was den Bahnbereich angeht,gemacht wurden,sprich Bevorzugung
      des LKW im Güterverkehr statt Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene , lmittelfristig und vor allem rechzeitig zu korrigieren!

      Siehst du,liebe Lena ,diese Sache ähnlich?
      Freu mich schon sehr auf deine Antwort!
      LG von SR nach M
      Erwin
      NS: Die Zahl die ich in meinem Post erwähnte stammt aus dem Bundesverkehrsministerium und wurde mir gerade telefonisch von Minister Scheuer,hochoffiziell bestätigt!!!
    • Hallo Erwin,

      ja, das ist eine gute Meldung.

      86 Mrd.€ für die Sanierung der maroden Schienen und Brückenanlagen, allerdings auf 10 Jahre.
      Das ist eine lange Zeitspanne und bezogen auf diese Zeitdauer sind 86 Mrd.€ gar nicht so viel.

      Aber:
      ich denke, du hast Recht, das positive ist, dass die Politik langsam aufwacht und erkennt, dass der Laden , in seinem jetzigen Zustand , nicht mehr lange hält.
      Schlussendlich ist in den letzten Jahrzehnten nicht viel investiert worden.

      Also ist wenigstens mal ein guter Anfang gemacht und vielleicht kommt ja in den nächsten Jahren doch noch weiteres Geld zusammen?

      Der neueste Artikel zu diesem Thema war heute auf Tagesschau.de

      https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bahn-529.html

      Schönes WE und viele Grüße nach SR und an alle, die sonst gerne mitlesen.
      Lena
    • Liebe Lena, :)
      die Güterverkehrssparteder SBBh hatte jahrelang einen Werbespruch,der genau die komfortable Situation beschreibt,von der DB-Cargo leider meilenweit enfernt ist!
      Der Werbespruch von SBB-Cargo lautete:"Che rimorchia di piu", zu deutsch :Wer hat die meisten Anhänger? Ich glaube ,liebe Lena, mehr brauche ich wohl nicht zu sagen,
      um die katastrophale Lage der Güterverkehrssparte von DB-Cargo zu beschreiben!
      Freu mich schon sehr auf deine Antwort!
      LG von SR nach M
      Erwin
    • 86 Milliarden Eurp...
      Nur für Schienen? Ist sinnlos rausgeschmissen das Geld.
      Die Bahn besteht mehr als nur aus Schienen. Züge, Wagen, Stellwerke, Elektronische Einrichtungen.
      Das ALLES gehört modernisiert.

      Aber ich mag die Grünen als Partei sowieso nicht. Weil sie haben vielleicht Ideen, die viele Menschen ansprechen. Aber woher soll man das ganze Geld bekommen? Man wird irgendwann pleite auch als "reiches Deutschland"
    • Hallo Roran Hammerfaust, :)
      ich kann dir da nicht zustimmen! Du schreibst in deinem Post,daß die 86 MRD Euro rausgeschmissenes Geld wären. Dieser Meinung kann ich mich,als erfahrener und vielgereister
      Bahnenthusiast überhaupt nicht anschließen! Denn ohne Verbesserung der Schieneninfrastruktur,zu der neben den Schienen auch die bauliche Infrastruktur,sprich Stellwerke,Sicherungstechnik ,Rollmaterial gehört,wird sich am katastrophalen Zustand der Bahn AG nichts verbessern,dies ist meine feste Überzeugung!
      Und ich bitte dich noch etwas zu bedenken:: Die Vorstände,die vor der Bahnreform ,bei der alten DB tätig waren,hätten damals schon geeignete Schritte zur Verbesserung
      der Schieneninfrastruktur einleiten können,haben aber dabei richtiggehend geschlafen!
      Ein letzter Punkt,den ich noch anmerken möchte,ist,daß sich seit der vor 25 Jahren durchgeführten Bahnreform,sehr viel in den von mir oben genannten Bereichen verbessert hat,
      ich nenne hier nur den Bereich,der mir besonnders am Herzen liegt,nämlich den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen!
      Ich freu mich auf Deine Antwort!
      LG
      Erwin
    • Hallo Roran Hammerfaust, :)
      eine kleine Ergänzung noch zu meinem Post von vorhin: Auch der Investitionsstau, der bis zur durchgeführten Bahnreform bestanden hat, löst sich mittlerweile auch auf, dank der
      Weitsicht von unserem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer!
      Und was ich noch bei deinem geschriebenen Post kritisieren muß, ist,daß du hier ohne Grund mit der sprichwörtlichen"Keule" die Grünen verteufelst!
      Wir sind hier ein Bahnforum und keine Plattform für Unmutsäußerungen zu Parteien,egal welche Farbe sie haben!
      Solche Äußerungen haben hier in unserem Forum nichts zu suchen!!!
      LG
      Erwin
    • Hallo Erwin,

      der von dir zitierte Werbespruch der SBB Cargo war mir bisher nicht bekannt.

      Dieser Slogan ist jedoch perfekt gelungen und natürlich wäre es ein Wunschdenken, dass die DB Cargo eines Tages vielleicht doch noch mal in die Gänge kommt.

      Aber inzwischen bin ich zumindest nicht mehr so pessimistisch, wie noch vor einigen Monaten.
      Es ist immerhin ein guter Anfang, dass der Bund in den nächsten 10 Jahren 86 Mrd.€ in die marode Infrastruktur steckt.
      Dass kräftig gebaut wird, merkt man jetzt schon allenthalben, wenn man mit der Bahn unterwegs ist.

      Und noch eines:
      ich hoffe, die Politik wird weitere Schritte einleiten, die Attraktivität des Güterverkehrs auf der Straße zu reduzieren.
      Hier gebe ich Landeshauptmann Platter Recht, die LKW Maut in Deutschland ist eindeutig zu billig.
      Zu diesem Thema habe ich schon lange Diskussionen mit meinem Mann geführt, er ist selbst gebürtiger Tiroler und, was soll ich sagen, er ist kein Freund Platters!

      So, nun noch einen schönen Rest-Sonntag und herzliche Grüße nach SR und überall sonst hin, wo jemand mitliest!
      Lena
    • Hallo Erwin,

      meine Frau hat dir ja heute schon geschrieben, dass mein Verhältnis zu Herrn Platter zweigespalten ist. :/

      Aber bei allen Dissonanzen, die derzeit zwischen Bayern und Tirol bestehen, ein gutes hat der Nachbarschaftsstreit:

      man macht sich jetzt mehr Gedanken, wie man die Situation bessern könnte.

      Ja und was ich sagen wollte, es fällt mir schwer es zuzugeben, aber Platter hat Recht, die LKW Maut in Deutschland ist zu billig.
      Nur über eine höhere LKW Maut werden wir es schaffen, die Bahn als Gütertransporteur lukrativer zu machen.

      Mithin unterstütze ich jetzt alle Bestrebungen den Gütertransport auf der Straße weniger attraktiv zu machen.

      Das frühere System , LKW auf die Bahn zu verladen und so über den Brenner zu bringen war eigentlich klasse, keine Ahnung, warum das eingeschlafen ist, weißt du da näheres?

      Viele Grüße, Michael
    • Hallo Michael, :)
      zi deiner Frage,ob ich näheres dazu weiß,warum das System RoLA=rollende Landstraße,sprich LkW fahren auf speziell dafür gebauten Niederflurwagen mit,incl.
      Begleitwagen für die Trucker,eingeschlafen ist, kann ich dir mehrere Gründe nennen,aber ich möchte mich auf zwei wesentliche ,aus meiner Sicht wichtige
      Punkte beschränken:
      1. Die Schlafmützigkeit der bisherigen Verkehrsminister,denn diese haben diese Entwicklung regelrecht verpennt,daß man den Gütertransport auf der
      Schiene kostengünstiger und umweltfreundlicher,sprich abgasfrei ,durchführen kann,ohne die Umwelt schadstoffmäßig,Co² Ausstoß,betreffend
      gestalten kann.
      2. Finanzielle Situation: Man hat damals,etwa ab Mitte der 70er Jahre bis zum heutigen Tag,die Trassenpreise/km,den die Frächter dafür zahlen müssen,
      wenn sie das Angebot der RoLa in Anspruch nehmen,sukzessive erhöht,so daß es sich für die Frächter schlicht und ergreifend nicht mehr gelohnt hat,
      für teures Beförderungsentgelt ihre Firmentrucks+ Fahrer auf die RoLa zu verfrachten.

      3. Ich weiß durch intensive und zugleich informative Gespräche mit der zuständigen Tiroler Verkehrslanesrätin,derzeit ist es Ingrid Felipe von den österreichischen
      Grünen,daß die Anwohner des ohnehin schon indivdualverkehrsmäßig total überlasteten Tiroler Inntals unter der Last von 100 000(!) Lkw´s die täglich durch die
      Städte und Dörfer rollen stöhnen und soviel Co² Gift ausstoßen,daß eine akute Gesundheitsgefährdung vorliegt und die Lebensqualität im betroffenen Tiroler
      Inntal sich massiv verschlechtert hat!

      Und es kommt noch aus meiner Sicht erschwerend hinzu,daß es bestimmte Orte im Inntal gibt,die bedingt durch mautflüchtige Trucks,die durch diese Orte rollen,zum
      einen tagtäglich für lebensgefährliche Verkehrssituationen sorgen und zum anderen auch hier für eine massive Verschlechterung der Lebensqualität und eine ebenfalls
      massive Verschlechterung der gesundheitlichen Situation durch den erhöhten Giftstoffausstoß der Trucks,die durch diese Orte rollen ,sorgen!
      Innsbruck,Matrei,Kufstein,Schwaz sind hier niur einige der Orte die unter den von mir angeführten Punkten wirklich massivst leiden!

      Lieber Michael,dies war jetzt ein etwas ausführlicherer Post von mir,aber ich hoffe sehr,daß ich dich ausführlich zu den Stichworten RoLa,Trassenpreise etc. informieren
      konnte!

      Freu mich schon sehr auf deine Antwort!

      LG von SR nach M
      Erwin
    • Hallo Erwin,

      vielen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Post.
      Eigentlich ist es geradezu unfassbar, wieso die Variante der Rollenden Landstraße vollkommen in Vergessenheit geraten ist.
      Im Prinzip könnten alle nur gewinnen:
      die Anlieger hätten endlich die stinkenden Dieseltrucks vom Leib.
      Die Fahrer könnten die Reise bis Verona entspannt im Liegewagen verbringen und dort ein Nickerchen machen und ein Seidel Bier zischen :) .
      Eigentlich für mich nicht nachvollziehbar, dass keiner an die Reaktivierung denkt!
      Ja das einzige was dagegen spricht, die RoLa würde mehr Geld kosten, als die Fahrt auf der Straße:
      die LKW Maut in Deutschland ist zu billig (hier nähere ich mich inzwischen Hr.Platter an :D !)
      der Diesel ist in Österreich zu billig (hier ist also noch Nachholbedarf bei Hr.Platter!)
      Oh menno haben denn unsere Politiker alle einen Blackout?
      Übrigens Erwin noch was:
      Ich erinnere mich noch daran, als ich Kind war, also vor 50 Jahren ( ^^ ) da gabs auch noch Autoreisezüge für PKW. Erinnerst du dich auch?
      Ich könnte mir durchaus vorstellen, bei unserem Urlaub in Italien den Autoreisezug zu nutzen, im Schlafwagen anzureisen und entspannt am Zielort anzukommen.
      Soweit ich weiß, gibt's heute auch keine Autoreisezüge mehr!
      Eigentlich kaum zu fassen, dass niemand auf neue Ideen kommt, meist würde es genügen Ideen aus alten Tagen nur wieder zu reaktivieren.

      Viele Grüße nach SR
      Michael
    • Hallo Michael, :)
      herzlichen Dank für Deine ebenso ausführliche Antwort an mich! Ich möchte hier aber noch einen Punkt in unsere Diskussion einführen,den ich vorher ganz vergessen hatte
      und der mir persönlich sehr wichtig erscheint:
      Daß der Transport von Gütern auf der Schiene quasi in "Agonie " also bildlich gesprochen,"im Sterben " liegt,ist ein Fehler,den die seit den 50er Jahren zuständigen
      Verkehrsminister des Bundes und teilweise auch die Länderverkehrsminister gemacht haben,als diese nämlich dem Gütertransport auf der Straße gegenüber
      dem Gütertransport auf der Schiene wider besseren Wissens und den Warnungen der damaligen Experten(Verkehrswissenschaftler) den Vorrang gaben!

      Eine unrühmliche Rolle hat in den damaligen Zeiten auch der damals zuständige BMVI=Bundesverkehrsminister ,Dr. Seebohm gespielt. Mir sind zwar die
      Hintergründe seiner Rolle nicht mehr präsent,aber wenn es dich interessiert,kann ich zu diesem Mann gerne schauen,ob ich noch Informationen finde!
      LG
      Erwin
    • Hallo Erwin,

      danke für deine Antwort.

      Der Name "Seebohm" sagt mir schon was, obwohl ich erst seit gut 40 Jahren in Deutschland lebe. (oh Mann, "erst" ist total blöd formuliert, sind immerhin schon fast 2/3 meines bisherigen Lebens! )

      Seebohm war ,soweit ich weiß, seit Kriegsende bis in die Sechziger Jahre Minister.
      Aber Seebohm war meines Wissens in keinen Skandal oder eine andere unrühmliche Geschichte verwickelt.
      Immerhin war er einer der am längsten tätigen Minister aller Zeiten.

      Bin mal gespannt, wie viele Dienstjahre Hr. Scheuer schaffen wird?

      Aber du hast im Prinzip völlig Recht, letztlich hat sich keiner der bisherigen Verkehrsminister mit Ruhm bekleckert.
      So gesehen ist Scheuer mit seinem 86 Mrd.€ Paket eigentlich noch einer der besten!

      Viele Grüße nach SR
      Michael